Trauer um Gerd Osenberg
Die Leichtathletik trauert um Gerd Osenberg, den langjährigen Cheftrainer des TSV Bayer 04 Leverkusen, der am 20. Juli im Alter von 89 Jahren verstarb. Mit seinem Wirken prägte er über Jahrzehnte die deutsche Leichtathletik. Osenberg galt als Mentor mehrerer Trainergenerationen und setzte besondere Maßstäbe, indem er Talente früh erkannte, Potenziale konsequent entwickelte und Athleten nachhaltig inspirierte. Seine Begeisterungsfähigkeit, seine Kreativität und sein psychologisches Feingefühl machten ihn zu einem Trainer, der weit über sportliche Erfolge hinaus Spuren hinterließ.
Unter seiner Anleitung gewannen die Athleten des TuS 04 Leverkusen und später des TSV Bayer 04 Leverkusen insgesamt elf olympische Medaillen, darunter viermal Gold. Besonders eindrucksvoll war seine Betreuung bei den Olympischen Spielen 1972 in München: Er trainierte sieben Athletinnen, die gemeinsam zweimal Gold, zweimal Silber und einmal Bronze holten – eine bis heute herausragende Leistung für einen Vereinstrainer. Zu den großen Namen, die mit ihm verbunden bleiben, zählen unter anderem Heide Ecker-Rosendahl, Liesel Westermann, Ellen Wessinghage, Ulrike Nasse-Meyfarth und Heike Henkel.
Für seine Verdienste wurde Osenberg unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen geehrt. Auszeichnungen waren für ihn jedoch nie das Wichtigste. Sein Antrieb war die Freude an der Entwicklung junger Menschen und die Liebe zur Leichtathletik.
Der LV Nordrhein trauert mit seiner Familie!