16 Medaillen bei Deutschen U20- und U16-Meisterschaften
Nach den vor allem in der U18 äußerst erfolgreichen Deutschen U18/U23-Meisterschaften in der vergangenen Woche in Bochum-Wattenscheid ging es an diesem Wochenende erneut ins schöne Lohrheidestadion. Hier wurden dieses Mal die Deutschen U16- und U20-Meister gesucht. Mit insgesamt 165 Athleten aus 41 Vereinen war der LVN dabei zahlreich vertreten.
Anhand der Entwicklungen der letzten Jahre war abzusehen, dass die Geburtsjahrgänge 2007 und 2008 bereits seit der U14/U16 unter anderem auch coronabedingt in der Breite nicht so leistungsstark sein würden. Entsprechend musste sich der LVN dieses Mal in der U20 mit „nur“ sieben Medaillen (2/2/3) und 70 Endkampfpunkten zufriedengeben.
Seit ein paar Jahren gewohnt stark präsentierte sich dagegen die U16. Zwar gab es mit neun Medaillen (3/4/2) auch ein paar weniger als in den letzten zwei Jahren, jedoch darf man mit 100 Endkampfpunkten bei einem zu erwartenden leicht schwächeren Jahrgang sehr zufrieden sein.
Drei Medaillen und voraussichtlich auch drei Athleten vom TuS Köln rrh. bei der U20-WM
Emotionaler Höhepunkt war in Wattescheid sicher der Auftritt der „Merheim-Zwillinge“. Die beiden Athleten aus der starken Laufgruppe um Martin Block und Arndt Fontes beim TuS Köln rrh. machten besonders Freude und schafften zusammen mit einem riesigen Fanclub das Stadion in Kölner Hand zu bringen. Finn Merheim (TuS Köln rrh) war vor einigen Wochen bereits in 3:46,60min über 1500m die Norm für die U20-Weltmeisterschaften in Eugene (USA) gelaufen und musste in Wattenscheid „nur“ Zweiter werden. In 3:51,25min gelang ihm dies ohne das maximale Risiko gehen zu müssen. Den Deutschen Meister, Piet Hoyer (Königsteiner LV), konnte Merheim in 3:49,57min ein Stück enteilen lassen und sicherte mit Silber das WM-Ticket ab. Etwas mehr Druck hatte sein Zwillingsbruder Jan Merheim (TuS Köln rrh.). In den letzten Wochen war er bereits zweimal knapp an der U20-WM-Norm über 800m (1.50,00min) vorbeigeschrammt und so musste er im Finale volles Risiko gehen. Es ging also um mehr als nur den Deutschen Meistertitel. Doch Jan Merheim hatte für das Finale einen Trumpf im Ärmel. Trainingspartner Lasse Block (TuS Köln rrh.), stellte seine Ambitionen zurück und fungierte als „Hase“. Diese Tatsache ist umso bemerkenswerter, da es für diesen jungen Läufer auch das erste DM-Finale war und er hier sicher auch eigene Träume hatte. Dass man dann für seinen Kumpel das Feld in beeindruckenden 51,5s über die erste 400m führt und bis 550m alles reingelegt hat um Jan Merheim den WM-Start zu ermöglichen, war für alle im Stadion beeindruckend. Und sein Trainingspartner zahlte es ihm mit dem Deutschen Meistertitel, der ersten Zeit unter 1:50,00min und damit dem U20-WM-Ticket zurück. Bei1:49,59min blieben die Uhren stehen. Der Deutsche Vizemeister mit einer Zeit von 1:49,63min, Theo Hielscher (TSV 1860 Stralsund), darf ebenfalls mit zur U20-WM.
Und auch noch eine dritte Athletin vom TuS Köln rrh. löste wohl ihr WM-Ticket. Zwar musste sich die 400m-Hürdenläuferin Lynn Pöppelmann in 58,30s mit Silber vor Janette Busch (TSV Bayer 04 Leverkusen, Bronze in 59,65s) begnügen, blieb aber ebenfalls zum wiederholten Mal unter der U20-WM-Norm.
Lukas Brauc wird Deutscher Meister im Stabhochsprung
Ebenfalls wohl recht sicher darf Lukas Brauc (TSV Bayer 04 Leverkusen) im Stabhochsprung für die U20-WM planen. Der Deutsch-Amerikaner konnte mit starken 5,22m in einem spannenden Wettkampf eine neue persönliche Bestleistung erzielen.
Weitere Medaillen in der U20 gingen mit Bronze an die 4x100m-Staffel des TSV Bayer 04 Leverkusen in der Besetzung Tim-Josef Seidel, Nikolas Kautz, Jelvis Frempong und Yannick Kraus in 40,95s und an Sophie Ritter (Werdener TB) über 100m. Nach 11,71s im Finale konnte die zunächst ihr Glück kaum fassen und freute sich danach ausgelassen über ihre erste DM-Medaille.
Deutsche Meistertitel in der U16 über 300m, im Bahngehen und der 4x100m-Staffel
Nach den Vorläufen über 300m war jedem im Stadion spätestens klar, dass der Titel über 300m nur über Nander Kröckert (Turnklub Grevenbroich) gehen kann. Das Finale am Samstag gewann der auch in den Mittelstrecken sehr talentierte Athlet dann mit über einer Sekunde Vorsprung in ausgezeichneten 35,59s. In seinem Sog holte Ole Gaetke (Mülheimer TG) in 37,16s die Bronzemedaille. Der zweite Deutsche Meistertitel ging am Freitagabend in der letzten Disziplin an eine junge Geherin. Kalinda Achazi (DJK Novesia Neuss) war in 16:06,27min über die 3000m-Distanz ganz zur Freude ihrer Landestrainerin, Aina Mikrikov-Warnt, nicht zu schlagen.
Eine Silbermedaille gab es für Marik Scholz (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 10,60s über die 80m-Hürden. Einen Deutschen Meistertitel holte sich Marik Scholz bereits zwei Tage vorher zusammen mit David Rusakov, Leonidas Tefke und Fitus Kürten in der 4x100m-Staffel des TSV Bayer 04 Leverkusen in 43,94s. Weitere Silbermedaillen gab es für Maximilian Dost (ASV Köln) in 40,62s über die 300m-Hürden, für Noah Barkley (TSV Bayer 04 Leverkusen) im Stabhochsprung mit 4,10m und für Felicia Richter (Leichlinger TV) mit 3,40m ebenfalls im Stabhochsprung. Bronze ging an Jarla Schlütter (LAZ Rhede) über 1500m Hindernis in 4:54,33min.
Der LVN gratuliert allen Medaillengewinnern und wünscht den Qualifizierten für die U20-WM viel Erfolg in den USA. Es war schön mit so vielen Vereinen aus dem Nordrhein zwei tolle Wochenenden hochklassiger Nachwuchsleichtathletik in Wattenscheid feiern zu dürfen.