Max Dehning wird U20-Vizeweltmeister im Speerwurf
Insgesamt fünf Athlet*innen hatten den Sprung in die 75-köpfige DLV-Mannschaft für die U20-Weltmeisterschaften in Cali (Kolumbien) geschafft. Mit acht Medaillen (1/4/3) war die Deutsche Nationalmannschaft dabei erfolgreich wie seit 2008 nicht mehr.
Silbermedaille für Max Dehning
Aus LVN-Sicht besonders erfreulich war das Abschneiden von Max Dehning (TSV Bayer 04 Leverkusen) im Speerwurf. Im letzten Jahr zusammen mit seiner Schwester Marie und seinem damaligen Coach Björn Lippa in den Nordrhein gewechselt, hat sich der Werfer im vergangenen Jahr unter Nachwuchsbundestrainer und nun auch Heimtrainer Matthias Rau gut weiterentwickelt. Mit Siegen von 78,80m bei der Juniorengala in Mannheim und 76,37m bei den Deutschen Meisterschaften hatte sich Dehning das Ticket für Cali geholt. Und auch bei der Weltmeisterschaft konnte er im zweiten Versuch mit 77,27m zunächst die Führung übernehmen. Der Ukrainer Artur Felfner konnte diese Weite im fünften Wurf mit 79,36m kontern, so dass für den Leverkusener am Ende die Silbermedaille stand. Dehning zeigte sich dann auch mit seinem Ergebnis zufrieden: „Es ist ein unglaubliches Gefühl, die Silbermedaille gewonnen zu haben – und das mit einem guten Ergebnis, es ist ja fast Bestleistung. Ich habe mir beim vierten Versuch eine leichte Verletzung am Adduktor zugezogen, aber das ist jetzt egal. Was will man mehr. Ich habe es geschafft, unter die Top Drei der Welt zu kommen, das war mein Ziel.“
Anna Gräfin Keyserlingk verpasst Medaille knapp
Anna Gräfin Keyserlingk (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) brauchte in der Qualifikation der Dreispringerinnen nur einen einzigen Sprung um sicher ins Finale der U20-Weltmeisterschaften einzuziehen. Mit 13,24m schaffte die Uerdingerin am Freitag nicht nur eine neue Freiluftbestleistung, sondern erzielte auch die Tagesbestweite aller Springerinnen. Natürlich entstand dann bei der Athletin von Peter Quasten der Traum von einer Medaille. Über 12,87m und 13,07m zum Auftakt des Finales folgte im dritten Versuch die neue Bestleistung von 13,26m. Der Sieg war der erst 15-jährigen Sharifa Davronova (UZB) nach ihrem 14,04m-Sprung im zweiten Versuch nicht mehr zu nehmen. Dahinter ging es jedoch eng zu. Die Silbermedaille ging mit 13,38m und Bronze mit 13,30m weg. Keyserlingk kämpfte bis zum sechsten Versuch um eine Leistung, die sie sicher auch draufhat und in der abgelaufenen Hallensaison mit 13,37m schon angedeutet hat. „Zufrieden bin ich momentan noch nicht. Ich bin zwar weiter gesprungen als in der Qualifikation, aber die Medaille hätte drin sein können. Heute lag es am Anlauf, was ärgerlich ist, da das eigentlich meine Stärke ist. Ich denke, ich werde das morgen etwas positiver sehen. Denn letztlich ist es ein versöhnlicher Abschluss für eine ruppige Saison“, analysierte Anna Gräfin Keyserlingk ihren Wettkampf.
Tessa Srumf im Finale der 4x400m-Mixed-Staffel
Bereits bei der dritten internationalen Nachwuchsmeisterschaft war Tessa Srumf (LAV Bayer Uerdingen/Dormagen) dabei. Leider musste sich die Uerdinger Trainingspartnerin von Anna Gräfin Keyserlingk die letzten beiden Male mit der Reservistenrolle zufrieden geben. Besser lief es in Cali: Im Vorlauf der 4x400m-Mixed Staffel kam dabei in dieser noch recht jungen Disziplin mit 3:22,41min sogar ein neuer Deutscher U20-Rekord raus. Im Finale einen Tag später waren dann 3:24,34min Rang sechs wert.
Über 100m kamen beide Einzelstarter aus dem Nordrhein. Chidiera Onuoha (THC Brühl) verpasste mit 10,50s nur um 0,03s die Halbfinalläufe. Eddie Reddemann (TSV Bayer 04 Leverkusen) hatte in seinem Vorlauf Pech mit dem Wind. Mit 2,9m/s bließ ihm der Gegenwind bei seinen 10,63s ins Gesicht. Hier wäre bei besseren Bedingungen sicher mehr drin gewesen. Zusammen mit Heiko Gussmann (LG Region Karlsruhe) und Tobias Morawitz (VfL Wolfsburg) traten die beiden Nordrheiner dann noch in der 4x100m-Staffel an. In guter Position liegend ging leider der dritte Wechsel zwischen Reddemann und Onuoha schief, so dass die Nationalstaffel das Finale nicht erreicht. Schade, hier wäre sicher eine gute Platzierung möglich gewesen.
Der LVN möchte all seinen Teilnehmer*innen und ihren Heimtrainer*innen herzlich gratulieren!