Jan Ungeheuer gewinnt Bronze bei der U18-EM in Rieti
Bereits gut eine Woche nach den Deutschen Meisterschaften der U18-Athleten ging es für gleich neun Athleten aus dem Nordrhein zu ihrem ersten internationalen Einsatz ins italienische Rieti. Damit konnte der Nordrhein seinen Nationalmannschaftsanteil an der 72 Athleten umfassenden deutschen Mannschaft im Vergleich zu vier Teilnehmern vor zwei Jahren in Banska Bystrica (SLK) deutlich erhöhen.
Jan Ungeheuer überwindet 2,09m
Im männlichen Hochsprung stellte der Nordrhein gleich beide Teilnehmer. Jannik Gerhardy (Troisdorfer LG) konnte sich vor zwei Wochen mit starken 2,08m den Deutschen Meistertitel sichern. In der Qualifikation von Rieti hatte er letzten Donnerstag leider nicht seinen besten Tag und schied bereits mit 1,96m aus. Jan Ungeheuer (Turnklub Grevenbroich) zog hier mit 2,05m souverän ins Finale der besten zwölf Springer am Samstag ein. Hier gab es für den Athleten von Wilfried Faßbender ein Ziel: Bestleistung springen und schauen, wie weit man hiermit kommt. Nach guten Sprüngen über 1,99m und 2,03m im ersten Versuch, benötigte Ungeheuer bei 2,06m einen zweiten Anlauf. Und auch die neue Bestleistung von 2,09m blieb im zweiten Versuch liegen. Da der Litauer Redas Siuipys 2,09m erst im dritten Versuch überwand, dann aber genauso wie Ungeheuer an 2,12m scheiterte, konnte sich der junge Grevenbroicher über eine Bronzemedaille freuen. Nach den 2,12m begann noch eine unheimliche Flugshow die für den jungen Briten Samuel James erst beim neuen Meisterschaftsrekord von 2,25m endete und Gold brachte.
Drei Sprinter unterstützen Deutsche Mixed-Staffel
Gleich drei der vier Deutschen Sprinter der Mixed-Staffel der Jungs stammten im Vorlauf aus dem Nordrhein. Nachdem der Deutsche U18-Vizemeister über die 100m, Sidwell Njikam (ABC Ludwigshafen) auf der kürzesten Strecke die Deutsche Staffel ins Rennen brachte, folgte Fabian Wüst (Eintracht Duisburg) auf der 200m-Strecke, übergab an Trainingskollege Lars Fischer (Eintracht Duisburg) für die 300m-Strecke, ehe Matthis Stümpfig (SSF Bonn) über 400m die Schlussrunde übernahm. Der Deutsche Vierer konnte sich damit für das Finale von Europas besten acht Staffeln qualifizieren. Das Bundestrainerteam machte dann aber für das Finale von der Möglichkeit Gebrauch zwei Läufer austauschen zu dürfen. Wie vorher abgesprochen wurde dann am Sonntagabend im Finale auf den 300m- und 400m-Strecken die beiden Einzelstarter über 400m eingesetzt. Fabian Wüst durfte im Finale sein zweites 200m-Rennen an dem Tag absolvieren und sich auch mit den beiden anderen Nordrheinern über einen tollen fünften Platz freuen.
Phil Janitz verpasst Weitsprungmedaille nur um 1cm
Knapp an den Medaillen vorbei sprang Phil Janitz (Düsseldorf Athletics). Mit 7,49m im dritten Durchgang kam er bei gültigem Wind bis auf 1cm an seine Bestleistung ran, die er vor zwei Wochen beim Gewinn der Deutschen Meisterschaft aufstellte und qualifizierte sich für das Finale der besten acht Springer. Nach zwei ungültigen Versuchen sprang Janitz dann im sechsten Durchgang phantastische 7,63m weit und verpasste auf Rang vier die Medaille nur um 1cm. Leider blies mit 2,5m/s der Rückenwind ein wenig zu stark. Dennoch darf sich der Athlet von Ralf Jaros über einen sehr starken Wettkampf freuen.
Gute Leistungen von Oberschachtsiek, Kräling und Jochmann
Über die Langhürden hatte sich Lina Oberschachtsiek (SSF Bonn) mit einem zweiten Platz bei den Deutschen U18-Meisterschaften für Rieti qualifiziert. Über gute 61,03s im Vorlauf qualifizierte sich Oberschachtsiek für das Halbfinale und konnte hier in 61,32s erneut überzeugen. Für das Finale der besten 400m-Hürdenläuferinnen aus Europa reichte es zwar nicht ganz, dennoch kann sie auf ihre Leistung absolut stolz sein. Valentin Kräling (TSV Bayer 04 Leverkusen) war vor zwei Wochen ebenfalls Deutscher Vizemeister geworden und durfte im Bahngehen über 5000m in Rieti die Deutschen Farben vertreten. In 22:13,32min kam er bei brühender Hitze von fast 40°C bis auf wenige Sekunden an seine Bestleistung ran und konnte mit Platz 14 bei seinem ersten internationalen Auftritt absolut zufrieden sein. Ebenfalls Rang 14 erreichte Charlotte Jochmann (LAZ Rhede) in der Qualifikation der Hammerwerferinnen. Bei ihrem weitesten gültigen Wurf landete der Hammer bei 60,07m. Lediglich 79cm fehlten dabei zum Finale. Eigentlich ist das eine Weite, die der jungen Werferin locker zuzutrauen ist, aber diese Mal sollte es nicht sein und sie darf dennoch stolz sein, sich den Traum von der Teilnahme an einer Europameisterschaft erfüllt zu haben.
Der LVN möchte allen Teilnehmern an dieser U18-Europameisterschaft gratulieren, insbesondere auch den Heimtrainern, die in den letzten Jahren hier einen guten Job gemacht haben. Die Leichtathletik im Nordrhein hat in vielen Vereinen wieder eine Breite für Spitzenleistungen bekommen.