Drei Deutsche Meistertitel und zehn weitere Medaillen in Wattenscheid
Am vergangenen Wochenende fanden in Bochum-Wattenscheid die 126. Deutschen Meisterschaften im Rahmen der „Finals 2026“ statt. Lediglich der Stabhochsprung wurde dabei bereits am Donnerstag und Freitag in Hannover im eigentlichen Zentrum der Finals ausgetragen. Das mit 14.000 Plätzen zeitweise ausverkaufte Lohrheidestadion lieferte äußerst stimmungsvolle Titelkämpfe und bot eine gebührliche Kulisse für die Spitze der deutschen Leichtathletik. Neben den Deutschen Meistertiteln ging es für viele Athleten auch noch um letzte Qualifikationschancen für die Leichtathletik-Europameisterschaften vom 10. bis 16. August in Birmingham (GBR).
Franziska Schuster mit phantastischer Bestzeit
Herausragend war in Wattenscheid das Abschneiden der Hürdensprinter aus dem Nordrhein. Franziska Schuster (TSV Bayer 04 Leverkusen) konnte nach dem Finale über 100m Hürden ihr Glück kaum fassen. In 12,69s verbesserte die Athletin von Frank Bartschat ihre Bestzeit um mehr als zwei Zehntelsekunden und gewann in einem hochklassigen Finale den Deutschen Meistertitel. Dabei unterbot sie die Direktnorm für Birmingham (12,88s) deutlich und stellte den Meisterschaftsrekord von Pamela Dutkiewicz ein. Trainingspartnerin Marlene Meier erzielte in 12,95s ebenfalls eine gute Zeit, haderte aber dennoch mit ihrem fünften Platz. Auch das Finale der Männer über 110m Hürden entschied ein Athlet aus dem Nordrhein für sich. Gregory Minoue (Trackrunners Bonn) gewann in 13,51s den Deutschen Meistertiteln und auch die Bronzemedaille ging mit 13,80s von Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen) in den Nordrhein. Als Dritter im LVN-Hürden-Trio feierte der ehemalige deutsche Meister Tim Eikermann (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 14,12s einen emotionalen Abschied. Wir freuen uns, dass Tim nach dem Wochenende die Seiten wechselt und zukünftig als Trainer die Leichtathletik begleiten wird.
Gute Sprintleistungen für Athleten aus dem Nordrhein
Gleich zwei Medaillen gingen in Wattenscheid an Joshua Hartmann (ASV Köln). Am Sonntagmorgen trat der deutsche Rekordhalter über 200m zunächst mit der Vereinsstaffel des ASV Köln über 4x100m an und gewann hier erstmals seit vielen Jahrzehnten für den Kölner Traditionsverein in 39,57s den Titel. Der TSV Bayer 04 Leverkusen folgte in 39,72s auf dem Bronzerang. Für Hartmann folgte der 200m-Vorlauf ehe als letzter Start des Meisterschaftswochenendes das 200m-Finale anstand. Hier war Owen Ansah (Hamburger SV) in 20,13s nicht zu schlagen. Silber ging in 20,40s an Kameron Horton (Cologne Athletics). Der Deutsch-Amerikaner hat erst seit wenigen Wochen das Startrecht für den Kölner Verein. Hartmann blieb damit in 20,43s nur die Bronzemedaille, jedoch gleichzeitig die Freude, dass die Bestätigungsnorm für Birmingham, die ihm in diesem Jahr noch fehlte, abgehakt wurde. Eine weitere Bronzemedaille gewann Annkathrin Hoven (TSV Bayer 04 Leverkusen) über die 400m der Frauen. In 52,02s stellte der Schützling von Jannik Engel dabei eine neue Bestzeit auf und darf sich wohl auf einen Einsatzplatz in der Deutschen 4x400m-Staffel in Birmingham freuen.
Zwei Medaillen für die Läufer – Drei Medaillen für die Springer
Jeweils Bronzemedaillen gingen über 1500m der Männer und Frauen in den Nordrhein. In 3:40,94min gelang dies Florian Zittel (Cologne Athletics) bei den Männern und in 4:22,32min Vera Petrykowski (Cologne Athletics). Recht wenig Medaillen gewann die Athleten aus dem Nordrhein in den technischen Disziplinen. Eine Schallmauer durchbrach Kevin Brucha (TLV Germania Überruhr) bei seinem ersten Weitsprung über 8 Meter. 8,04m bedeuteten in der Endabrechnung den Silberrang. Ruth Hildebrand (TSV Bayer 04 Leverkusen) belegte mit guten 13,92m im Dreisprung den Bronzerang. Silber ging mit 57,11m im Speerwurf der Frauen an Victoria Krause (Düsseldorf Athletics).