Deutsche U18-Meisterschaften mit starken Ergebnissen aus dem Nordrhein
Der Juli bringt der Leichtathletik drei Deutsche Meisterschaften im schmucken Wattenscheider Lohrheidestation. Den Auftakt machten am vergangenen Wochenende die U18-/U23-Athleten, die DM U16/U20 folgt dann am kommenden Wochenende, ehe noch einmal zwei Wochen später die Männer/Frauen an der Reihe sind. In diesem Artikel möchten wir zunächst über die U18-Athleten berichten. Eine beeindruckende Zahl von 89 Athleten aus 36 Vereinen nahmen an dieser Meisterschaft teil und zeigen, dass die konsequente Nachwuchsarbeit aus dem U14/U16-Bereich nun auch so langsam in der U18 Früchte trägt (zum Vergleich: 2024 waren es 55 Athleten aus 23 Vereinen). Neben der strukturellen Verbesserung stimmten aber auch die Leistungen der Athleten aus dem Nordrhein. Mit drei Deutschen Meistertiteln, insgesamt elf Medaillen (3/6/2) und 134 Endkampfpunkten war man so erfolgreich, wie seit zehn Jahren nicht mehr. Neben dem Deutschen Meistertitel ging es für die besten U18-Athleten in Wattenscheid gleichzeitig auch um die begehrten Tickets für die U18-Europameisterschaften ab Mitte nächster Woche in Rieti (ITA).
Zwei Deutsche Meister und drei EM-Tickets im Weit- und Hochsprung
Auf den Punkt topfit zeigte sich Phil Janitz (Düsseldorf Athletics). Im Weitsprung steigerte sich der Athlet von Ralf Jaros um über 20cm und gewann mit herausragenden 7,50m. Damit darf er sicher auch für die U18-EM planen.
Dorthin wird er zusammen mit zwei Hochspringern aus dem Nordrhein reisen. Dieser Wettbewerb war bis zur Höhe von 2,08m äußerst spannend. Jannik Gerhardy (Troisdorfer LG), mit einer Bestleistung von 2,03m angereist, sprang sich förmlich in einen Rausch und überwand 2,08m. Für seinen Konkurrent Jan Ungeheuer (Turnklub Grevenbroich), der diese Höhe in der Vergangenheit bereits mehrfach überwunden hatte, waren 2,08m an diesem Tag zu hoch und er gewann nach einem Pokern bei 2,06m letztlich mit 2,04m die Silbermedaille. Dennoch freuen wir uns, dass beide Deutschen Hochspringer in Rieti aus unserem Verbandsgebiet stammen.
Im Weitsprung der weiblichen U18 gab es gleich zwei Bestleistungen. Matilda Leowald (ART Düsseldorf) steigerte sich auf herausragende 5,97m und gewann Silber. Lediglich 3cm fehlten für Rieti. Auf Rang vier mit 5,94m folgte in einem äußerst spannenden Wettkampf ihre Trainingspartnerin Clara Apfel (ART Düsseldorf).
Vier EM-Tickets für die LVN-Sprinter
Im Kurzsprint der Jungen herrschte in Wattenscheid ein außergewöhnlich hohes Leistungsniveau. Für die je zwei EM-Tickets über 100m und 200m bewarben sich jeweils ein halbes Dutzend Sprinter und es war bereits im Vorfeld mit spannenden Wettkämpfen zu rechnen. Fabian Wüst (Eintracht Duisburg) hatte trotz seines ersten Platz in der Meldeliste und starken 10,59s im 100m-Finale auf Rang vier hierbei leider das Nachsehen. Wie spannend es war, wird dadurch deutlich , dass der Deutsche Meister in 10,57s auch nur einen Hauch Vorsprung hatte. Eigentlich nicht geplant stellte sich der Athlet von Landestrainer Stefan Kerl am dritten Meisterschaftstag dann doch noch der 200m-Konkurrenz. Hier sprang dann in starken 21,39s eine Medaille raus. Jedoch verpasste er mit der Bronzemedaille leider auch ganz knapp das Ticket nach Rieti. Dennoch wurden die guten Leistungen von Fabian Wüst von den Bundestrainern anerkannt und sie nominierten ihn am Ende des Wochenendes für die Mixed-Staffel (100-200-300-400m) bei den Europameisterschaften. Umso schöner war für die Duisburger Sprintgruppe, dass mit Lars Fischer (Eintracht Duisburg) sein Trainingspartner ebenfalls in der Mixed-Staffel laufen darf. Lars Fischer hatte am Samstag die 400m-Strecke in 49,86s als Fünfter beendet und wurde auch aufgrund seiner guten 200m-Leistungen nominiert.
Ebenfalls in Rieti am Start sein wird Paul Weller (TV Erkelenz), der in 49,04s die Silbermedaille über 400m gewann.
Nach einigen Normversuchen über 400m-Hürden in den letzten Wochen kam für Lina Oberschachtsiek (SSF Bonn) bereits im Vorlauf die Erlösung. Mit einer sensationellen Steigerung von 61,70s auf 60,30s brachte sich Oberschachtsiek auch für das Finale in eine unerwartete Favoritenrolle. Auf den letzten Metern musste sie sich jedoch Tessa Haacks (SC Rönnau 74) in 60,44s zu 60,51s geschlagen geben. Dennoch war die Freude auch über das EM-Ticket unermesslich.
Charlotte Jochmann wird Deutsche Meisterin – Valentin Kräling gewinnt Silber
Der dritte Deutsche Meistertitel ging am vergangenen Wochenende an eine Hammerwerferin. Charlotte Jochmann (LAZ Rhede), vor zwei Jahren bereits Deutsche U16-Meisterin, domminierte den U18-Hammerwurf in diesem Jahr bereits in einigen Wettkämpfen. Ende Juni übertraf sie bereits als einzige Deutsche die Norm für Rieti und kann nun nach dem Gewinn der Goldmedaille mit 61,38m fest für Italien planen.
Bereits am ersten Meisterschaftstag gewann Valentin Kräling (TSV Bayer 04 Leverkusen) im Bahngehen über 5000m die Silbermedaille. In 22:03,86min löste auch er hierbei das EM-Ticket.
Der LVN möchte allen Medaillengewinnern, aber auch allen anderen Startern aus dem Nordrhein, zu dieser hervorragenden Deutschen Meisterschaft gratulieren. Den EM-Teilnehmern für Rieti drücken wir natürlich die Daumen!