Leichtathletik-Verband Nordrhein e.V.

Stimmungsvolle Hallenmeisterschaften mit zahlreichen Top-Leistungen

Dienstag, 03. Februar 2026 13:30
LVN

Die Nordrhein-Hallenmeisterschaften am vergangenen Wochenende stellten einmal mehr den ersten Höhepunkt der Hallensaison dar. Für den LVN gilt es hierbei den Spagat zu schaffen einerseits den Top-Athleten Höchstleistungen zu ermöglichen, andererseits aber auch für die zahlreichen Vereine und Athleten in der Hallensaison ein „Fest der Nordrhein-Leichtathletik-Familie“ zu organisieren.

So fanden sich dann auch über 100 Vereine mit mehr als 1000 Athleten in der perfekt vorbereiteten Halle des TSV Bayer 04 Leverkusen ein. Das sind Zahlen, auf die der LVN sehr stolz ist, zeigt es doch, dass auch oberhalb der U16-Altersklassen die Leichtathletik im Landesverband wieder lebt und uns um die Zukunft nicht bange sein muss. Dank einer sehr guten Organisation und Wettkampfleitung konnten trotz der beiden langen Wettkampftage zahlreiche Top-Leistungen erzielt werden und man darf von einer sehr gelungenen und stimmungsvollen Meisterschaft sprechen.

Deutsche Jahresbestzeit für Stefan Volzer

Natürlich stehen meist die Top-Leistungen der Männer und Frauen im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Hier gab es mit einer neuen Deutschen Jahresbestzeit von Stefan Volzer (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 7,75s über 60m Hürden ein Top-Ergebnis. Auch die 60m der Männer mit Neuzugang Aleksander Askovic (TSV Bayer 04 Leverkusen) in 6,67s in einem hochklassigen Feld waren ein Höhepunkt.

Die beiden 4x200m-Männerstaffeln vom TSV Bayer 04 Leverkusen und dem LT DSHS Köln lieferten sich auf eigenen Wunsch nicht in einem Lauf ein direktes Duell, auch um Gedrängel und Stürze zu vermeiden, wussten aber in zwei Zeitläufen mit 1:26,41min (TSV Bayer 04 Leverkusen) zu 1:26,94min (LT DSHS Köln) zu überzeugen und werden hiermit sicherlich auch bei den Deutschen Hallenmeisterschaften in vier Wochen eine Rolle spielen.

Bei den Frauen war der Doppelsieg von Vera Coutellier (Cologne Athletics) über 1500m in 4:21,44min und über 3000m in 9:17,11min bemerkenswert. Annkathrin Hoven (TSV Bayer 04 Leverkusen) konnte mit einer neuen Hallenbestzeit in 53,27s glänzen und ist aller Voraussicht nach eine Kandidatin für vordere Plätze bei der Hallen-DM. Erfreulich war auch die deutliche Steigerung von Dreispringerin Alyssa Tagbo (Sportclub Krefeld 1905) auf 13,31m.

Mehrkämpferin Anna-Elisabeth Ehlers (TSV Bayer 04 Leverkusen) testete gleich in mehreren Disziplinen für die Deutschen Hallen-Mehrkampfmeisterschaften in zwei Wochen. Neue Bestleitungen im Weitsprung (6,24m, Silber) und im 60m-Hürdensprint (8,81s) und starke 1,80m im Hochsprung deuten an, dass die Form stimmt.

Starke Leistungen in der U18

Sehr erfreulich war das Leistungsbild in den U18-Wettbewerben. Auch wenn es keine U18-Hallenmeisterschaften auf nationaler Ebene gibt und einige Athleten bei der U20-DM sicher hochstarten werden, kann man hier schon jetzt positiv auf den Sommer blicken.

Im Hinblick auf die U18-Europameisterschaften im Juli in Rieti (ITA) formieren sich erste Kandidaten. Gleich vier Spitzenpositionen in der Deutschen Bestenliste nehmen Nordrhein Athleten nach dem Wochenende ein. Überragend war der Weitsprungwettbewerb der männlichen Jugend U18: Phil Janitz (Düsseldorf Athletics) setze sich mit einer tollen Steigerung auf 7,10m zunächst an die Spitze, wurde dann aber von Basayne Tchagandi (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 7,20m ausgekontert. Damit sind die beiden Jungs aktuell Nummer eins und zwei in Deutschland und dürfen bei einer Norm von 7,10m im Sommer von ihrem ersten internationalen Start träumen. Diesen Traum darf es auch im Hochsprung geben. Jan Ungeheuer (Turnklub Grevenbroich) steigerte sich auf bemerkenswerte 2,07m und führt die Deutsche Bestenliste mit 11cm Vorsprung (!) an. Ebenfalls Nummer eins in Deutschland ist Ida Alfes (DJK SG Tackenberg) mit 1,76m. Auch die 4x200m-Staffel von Eintracht Duisburg wusste in 1:30,25min zu überzeugen und führt in der U18 die nationale Statistik an. Aber natürlich wird man sich in drei Wochen in Sindelfingen in der U20 gegen ältere Konkurrenz durchsetzen müssen.

U20 mit Licht und Schatten

Etwas schwächelnd ist aktuell der U20-Altersbereich im Nordrhein. Hier gab es auch viele spannende Wettbewerbe und auch einige Top-Leistungen. Die Teilnehmerzahlen waren besser als in den letzten Jahren. Allerdings ist der Ausblick auf die Deutschen Hallenmeisterschaften in drei Wochen in Sindelfingen nicht so rosig und auch für den Sommer sind die Kandidaten für eine U20-WM in Eugene (USA) nicht wirklich zahlreich.

Dazu der Leitende Landestrainer Tobias Rüttgers: „Der 2006er-Geburtsjahrgang war noch einigermaßen stark, ist jetzt aber in der Aktivenklasse angekommen. Die Jugendlichen der Jahrgänge 2007 und 2008 sind diejenigen, die in der Pandemie in wichtigen Entwicklungsabschnitten am meisten gelitten haben. Wir müssen jetzt noch zwei bis drei Jahre Geduld haben. Mit einem Blick auf die U18 und auch das, was am kommenden Wochenende in der U16 und U14 los ist, bin ich mir sicher, dass der LVN in wenigen Jahren wieder ein sehr hohes Leistungsniveau erreichen wird.“