Deutsche Hallenmeisterschaften U20 in Sindelfingen
Die 57. Deutschen Jugend-Hallenmeisterschaften fanden am vergangenen Wochenende im altehrwürdigen Sindelfinger Glaspalast statt. Neben dem Wettbewerben der Jugendlichen unter dem Hallendach fanden draußen die Winterwurfmeisterschaften von der U18 bis zu den Männer/Frauen statt. Der Leichtathletik-Verband Nordrhein war mit 53 jugendlichen Einzelstartern aus 22 Vereinen am Start, Hinzu kamen insgesamt zwölf Staffeln über 4x200m. In der Ergebnisbilanz standen am Ende fünf Medaillen (2/3/0) und 88 Endkampfpunkte. Damit bleiben unter dem Strich zwei Medaillen weniger, aber 17 Punkte mehr als im vergangenen Jahr in Dortmund.
Jan Ungeheuer mit geteiltem Deutschen Meistertitel im Hochsprung
Sportlicher Höhepunkt war in Sindelfingen der Hochsprung der männlichen U20. Jan Ungeheuer (Turnklub Grevenbroich) hatte im Vorfeld der Meisterschaft mit einer Steigerung auf 2,07m bereits seine Ambitionen auf eine Medaille klar gemacht. Eben diese Höhe meisterte der erst 16-jährige Athlet im Glaspalast erneut. Johannes Böcher (USC Mainz) sprang genau wie Ungeheuer bis 2,07m alle Höhen im ersten Versuch. 2,10m war dann an diesem Tag für beide zu hoch, so dass sie sich den Deutschen Meistertitel teilen durften. Bedenkt man, dass Jan Ungeheuer noch der Altersklasse U18 angehört und die Konkurrenz teilweise über zwei Jahre älter war, wird klar, dass hier ein großes Talent im Nordrhein heranwächst. Zunächst einmal darf der Athlet von Wilfried Faßbender nun im Sommer von einer Teilnahme an U18-Europameisterschaften in Rieti (ITA) träumen. Wir drücken ihm auf dem Weg dorthin die Daumen.
Wurfdiziplinen in der U18 weiter auf dem Vormarsch
Überhaupt profitierte der Nordrhein in Sindelfingen vom „Hochstarten“ der U18-Athleten. Charlotte Jochmann (LAZ Rhede), Deutsche U16-Meisterin aus dem Jahr 2024, holte im Hammerwurf mit 57,98m die Silbermedaille. Über eine tolle neue Bestleistung von 43,14m mit dem Diskus durfte sich auch Danai Ionnidou (GSV Porz) freuen, womit sie leider auf Rang 4 knapp die Medaille verpasste aber auch schon jetzt der U18-EM-Norm von 44,00m recht nah kam. Auch Filipp Broeer (Cologne Athletics) kam als Fünfter mit 57,34m mit dem Hammer in der U18 in die Punkte, genau wie Maximilian Auer (TSV Bayer 04 Leverkusen) mit 57,12m mit dem Speer auf Platz fünf. Hier zeigt sich eindrucksvoll, dass der Wurfbereich aus der U18 heraus im Nordrhein wieder deutlich auf dem Vormarsch ist.
4x200m-Staffel des TSV Bayer 04 Leverkusen wird Deutscher Meister
Der zweite Deutsche Meistertitel an diesem Wochenende ging bereits am Freitagabend an die 4x200m-Staffel des TSV Bayer 04 Leverkusen. In einer phantastischen Zeit von 1:26,97min ließen Ben Tröster, Gianluca Wessendorf, Nikolas Kautz und Allen Cole der Konkurrenz keine Chance und wurden souverän Deutscher Meister. Die Staffel von der Eintracht Duisburg wurde mit 1:29,19min fünfter. Bemerkenswert, da die Staffel komplett aus U18-Jungs besteht und sie damit der Deutschen U18-Hallenbestleistung recht nah kamen.
Silbermedaille für Anne Böcker über 200m
Silber gab es über 200m für Anne Böcker (TSV Bayer 04 Leverkusen). Mit einer Zeit von 24,01s war die Athletin von Andreas Gentz dabei absolut zufrieden. Tags zuvor hatte sie in einem sehr hochklassigen 60m-Finale in 7,44s auf Rang vier leider noch die Medaille verpasst. Hier wurde Sophie Ritter (Werdener TB) in 7,58s (Halbfinale 7,55s) siebte. Über 200m konnte sich Ritter über 24,75s (VL 24,58s) und Rang fünf freuen. In den Einzelwettbewerben hatten die Leverkusener Sprinter leider etwas Pech, was die Medaillen anging. Ben Tröster wurde in 6.85s in einem spannenden 60m Finale fünfter. Gianluca Wessendorf steuerte mit zwei fünften Plätzen über 200m (21,83s) und über 60m Hürden (7,94s) ebenfalls noch zweimal Endkampfpunkte bei.
Naya Füller wird Deutsche Vizemeisterin im Stabhochsprung
Die fünfte Medaille für den Nordrhein errang Naya Füllers (TSV Bayer 04 Leverkusen= mit 3,90m im Stabhochsprung. Mit der Medaille war die Athletin von Marvin Klaaßen zufrieden, auch wenn sie gerne an dem Tag die 4,00 m erneut überquert hätte. Bei seiner neuen Bestleistung von 7,15m im Weitsprung fehlte Lennox Lewis Giesen (TSV Bayer 04 Leverkusen) lediglich ein Zentimeter zur Medaille.
Besonders die U18-ASthleten machen Hoffnung für die Zukunft
Zum Ende von zweieinhalb Meisterschaftstagen fällt die Bilanz von unserem Leitenden Landestrainer damit auch gemischt aus: „Mit 88 Endkampfpunkten können wir für das Potenzial, was wir aktuell in der U20 haben, recht zufrieden sein. Man hätte sich 2,3 Medaillen mehr wünschen können, aber da hat an ein paar Stellen auch nur ein Hauch gefehlt. In der U20 haben wir in den technischen Disziplinen viele Löcher, das wissen wir aber auch schon seit Jahren und haben entsprechende Maßnahmen eingeleitet. Die Erfolge der U18 gegen teilweise zwei bis drei Jahre ältere Konkurrenz machen da sehr viel Hoffnung für die Zukunft. Auch die Anzahl von 22 teilnehmenden Vereinen aus dem Nordrhein hatten wir länger nicht mehr und zeigt, dass in den Vereinen wieder verstärkt leistungssportlich gearbeitet wird. Wir brauchen jetzt nur ein ganz kleines bisschen Geduld, dann wird unsere Aktie wieder deutlich steigen.“
Der LVN möchte allen Medaillengewinnern, Vereinen und Heimtrainern zu Ihren Erfolgen in Sindelfingen gratulieren!